Typische Software für den Massen-Versand von E-Mails (insbesondere Würmer oder Trojaner) versucht oft nicht, eine (Spam-)E-Mail ein zweites Mal an den selben SMTP-Server zuzustellen. Solche E-Mails werden durch „Greylisting“ erfolgreich gefiltert. Zurzeit (Stand August 2007) ist damit eine sehr effektive Spambekämpfung möglich, die den Spam auf bis zu ein Zehntel reduziert.
Durch die verzögerte Zustellung greifen auch Verfahren zur Spamerkennung, die auf Netzwerkprüfungen basieren, effektiver (wie z.B. RBLs, Vipul's Razor und DCC), da zwischen erstem und zweitem Zustellungsversuch die Spamwelle evtl. bereits erkannt und auf den entsprechenden Blacklisten eingetragen wurde.
Eine E-Mail kann bereits abgelehnt werden, wenn lediglich der Mail-Header mit Absender- und Empfängerdaten empfangen wurde und nicht erst nachdem die komplette E-Mail (mit Body und ggf. Anhängen) erhalten wurde. Auf diese Weise werden weitere Spamfilter wie z.B. Spamassassin nicht mit einer abgewiesenen Mail belastet, was erheblich Ressourcen spart.
Anders als bei heuristischen Spam-Bekämpfungs-Verfahren geht durch „Greylisting“ im Normalfall keine E-Mail verloren. Die meisten Greylisting-Implementierungen führen eine dynamische Whitelist. Nach einer erfolgreichen Mailzustellung wird die Kombination Sender, Empfänger und Mailserver in die Whitelist eingetragen. Kombinationen, die in der Whitelist vermerkt sind, umgehen das Greylisting, wodurch die E-Mail bereits beim ersten Versuch zugestellt wird. Findet zwischen 2 Personen wiederholt ein E-Mail-Versand statt, wird dieser also nicht durch das Greylisting behindert.
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